Feuchtigkeit im Rohbau:  
Lüften - oder Bauheizung & Bautrocknung?

Ist Lüften wirksam gegen hohe Luftfeuchtigkeit?

Grundsätzlich muss bei der Überlegung zur Feuchtigkeitsabfuhr bedacht werden: Wie oft kann man eigentlich lüften? Selbst wenn man mehrmals am Tag die Möglichkeit hat, die Fenster zu öffnen: Bereits wenige Minuten nach dem Schließen der Fenster steigt die Feuchtigkeit wieder an...

Die abgelüftete Menge an Luft muss verständlicher Weise wieder in das Gebäude nachströmen. Also gilt es zu überdenken: Wenn die Luft feucht nachströmt, welcher Trocknungseffekt ist dann gegeben? Und weiters: Die nachströmende Luft ist meist kühler als die Raumluft – ergo muss sich diese wiederum erwärmen und das kostet Energie.

Aus diesen Gründen ist Lüften wenig praktikabel – und auf keinen Fall in einem Ausmaß praktizierbar, das eine effiziente und bausubstanzschonende Trocknung gewährleisten würde. 

Zudem kühlen bei jedem Lüftungsvorgang die Fensterleibungen aus – und in diesen prekären Bereichen entsteht eine Kondensatbrücke: Der optimale Untergrund für ein Schimmelwachstum im neu errichteten Eigenheim...

 

Baubeheizung und/oder Bautrocknung?

Der hohe Feuchtigkeitsgehalt der Luft im finalisierten Rohbau verzögert den Abtrocknungsprozess. Der Sättigungsgrad (Aufnahmefähigkeit) der Luft ist rasch erreicht. Vor allem kühle Luft hat wenig Potential Feuchtigkeit aufzunehmen. Somit entsteht eine „Patt-Situation“ zwischen Verputzfeuchte/Estrichfeuchte und Raumfeuchtigkeit...

Zudem hat die hohe Luftfeuchtigkeit den Nachteil bei einer Temperierung große Energiemengen zu benötigen, weil der Wasserdampf der Luft mitgeheizt werden muss. Man kann sich dies mit folgendem Beispiel plastisch vorstellen: 1 Liter Wasser am Herd benötigt weniger Strom um diesen zu erwärmen, als wäre der 10 Liter Topf prall vollgefüllt...

Deswegen ist eine Kombination aus Bautrockner UND Bauheizung anzuraten. Zum einen wird durch die Temperatur-Erhöhung die Feuchteabgabe der Bauteile erhöht - zum anderen sorgen Bautrockner dafür, diese überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen. Das Risiko von Kondensatbildung an Fenstern und Fensterleibungen wird dadurch minimiert - also das größte Schimmelrisiko im Neubau eliminiert...

Zudem arbeiten WD-Bautrockner ähnlich einer Wärmepumpe: Die eingesetzte Stromenergie wird nicht „vernichtet“, sondern durch die Reduktion des Wasserdampfs wird der darin enthaltene Energiegehalt freigesetzt - eine zusätzliche Wärmeabgabe ist die Folge!

Als „alleinige Baustellen-Beheizung“ sind Bautrockner allerdings nicht einsetzbar, weil eine Mindesttemperatur von +10°C gesichert werden muss - und dies ist nur durch eine Baubeheizung realisierbar.

 

Baubeheizung – Wie ermittelt man den Heizbedarf ?

Wie viel kW Leistung benötigen die Bauheizgeräte?

Der Heizbedarf ist von folgenden Komponenten abhängig:
1. Raumvolumen
2. Gewünschte Temperatur*
3. Isolierung des Gebäudes (Vollwärmeschutz bereits vorhanden?)

*Anmerkung zum Thema Temperatur:
Es macht verständlicherweise einen großen Unterschied, ob man eine Innentemperatur von +10°C gewährleistet sehen will, wenn außen -20°C vorhanden sind, oder ob die +10°C beizum Beispiel 0°C anvisiert werden sollen.   Deswegen ist das „Delta-T“ das entscheidende Kriterium. Nachfolgend einige Beispiele...

 

Bauwerte aus der Praxis

Neubau / finalisierter Rohbau mit dichten Fenstern UND Außendämmung:

Heizleistung

Pro 10 m² = ca. 0,6 kW Heizleistung




Pro 10 m² = ca. 0,1 kW Heizleistung

Bsp.: 130 m² EFH

8 kW





13 kW

Neubau / finalisierter Rohbau mit dichten Fenstern OHNE Außendämmung:

Heizleistung

Pro 10m² = ca. 1,0 kW Heizleistung




Pro 10m² = ca. 1,7 kW Heizleistung

Bsp.: 130 m² EFH

13 kW





22 kW

Anmerkung:
Diese Angaben sind praxisorientiert, können aber natürlich von Objekt zu Objekt unterschiedlich sein! Vor allem wenn zusätzlich Bautrockner mit DryControl aufgestellt wird, sinkt der Heizbedarf, weil DryControl-Trockner zusätzlich Wärme abgeben und gleichzeitig die trockene Luft mit wesentlich geringerem Energieaufwand erwärmt werden kann!
Die Berechnungswerte gelten für Rohbauten. Die Heizbedarfsberechnung für „bezugsfertige Häuser" wäre natürlich geringer, weil bei der Bauheizungsberechnung die Restbaufeuchtigkeit und weitere Parameter beachtet werden müssen. Diesen Umstand gilt es bei einem Vergleich mit anderen „Heiz-Berechnungsmodellen“, die teilweise 30% weniger Energiebedarf prognostizieren, zu beachten. Diese Werte sind aber nur selten „baustellentauglich" und praxisnah...

 

Welche Temperaturen sollten im Neubau angestrebt werden?

  • +5°C -  Wenn Estrich verlegt oder Innenputz angebracht werden soll
  • +10°C - Für die Aufstellung und den Betrieb von Bautrocknungsgeräten
  • +10°C - Konstante Temperatur, um für eine Basistemperierung der Bauteile zu sorgen und die Kondensatbildung an Fenster / Rahmen / Fensterleibung zu reduzieren

Temperaturangaben sind Mindestwerte!

 

Bauheizer – Strom/Öl/Gas – Was ist sinnvoller?

Bei der Wahl des Heizmediums (Strom/Öl/Gas) ist zu bedenken, dass fossile Brennstoffe (Öl/Gas) pro kg circa 1,2 Liter an Feuchtigkeit freisetzen und somit die ohnehin angespannte Feuchtigkeitsbilanz eines Rohbaus noch zusätzlich belasten! 

Ölheiz-Kanonen:
Dem entgegenwirken kann man mit Ölheiz-Kanonen, die im Freien positioniert werden und die Warmluft über Rohrleitungen in das Gebäude einbringen. Die Feuchtigkeits-/Rauchgasabfuhr erfolgt im Außenbereich.

Vorteil: 

• Versorgung großer Gebäude möglich, ohne im Inneren durch hohe Abgaswerte Belastungen von Handwerkern befürchten zu müssen.



Vorteil:
 

• Positionierung von Baustellen-geeignete Heizgeräten im Gebäudeinneren

• Einfache Verlegung der Anschluss-Leitungen

• Keine Abgas-Belastungen

Bauheizung Bautrocknung

Kontaktformular Bautrocknung - Bauheizung
Fordern Sie Ihr individuelles Beratungsangebot zum Thema Bauheizung / Bautrocknung an:
Massivbau?
Wurde der Estrich bereits eingebracht?
Ist der Verputz bereits vorhanden?
*Pflichfeld